Schlafsack-Berater

Die Anforderung an die Ausrüstung ist hoch, da man sich in jeder Situation darauf verlassen können muss! Aufgrund meiner Erfahrung im Grenz-und Expeditionsbereich, stelle ich Euch die passende Ausrüstung zusammen und gebe Euch ein Überblick über die Materialien und was man wofür nutzt.

 

Grundausrüstung

 

Wie bereits erwähnt, müsst Ihr Euch in jeder Situation auf Eure Ausrüstung verlassen können. Sie muss leicht sein (denn was nützt Euch das stabilste Equipment, wenn Ihr es alles in allem nachher nicht tragen könnt?), klein verpackbar (Ihr könnt nicht Tonnen an Zeug mit Euch herumschleppen), robust (denn es gibt keinen Ersatz), schnell trocknend und und und.

 

Kurz: Rüstet Euch für das Härteste und nehmt dazu das Beste, dann gibt’s am wenigsten Enttäuschungen (was das kleinere Übel wäre…)

 

 

Jetzt kommen wir zu den einzelnen Dingen die man braucht

 

Der Schlafsack ist einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, da er Euch wärmt und für die nötige Erholung in der Nacht sorgt, sowohl physisch, als auch psychisch. Wenn es richtig ungemütlich draußen ist, weiß man den Wärmespender zu schätzen. Denkt daran, dass Ihr Euch in einer noch nie dagewesenen Ausnahmesituation befindet. Nur die Wenigsten können sich selbst so beherrschen und cool bleiben, um das Beste aus der Lage zu machen. Umso wichtiger ist eine Erholungsmöglichkeit! Auch wenn Ihr in einem Gebäude oder Bunker seid, ist ein guter Schlafsack zwingend notwendig. Versucht mal, eine Daunendecke in den Rucksack zu bekommen wenn Flucht angesagt ist! Da passt dann nichts anderes mehr rein und wehe der Baumwollbezug wird nass! Nicht vergessen, wir befinden uns in der Endzeit! Je nach Einsatzgebiet und Jahreszeit gibt es auch hier wieder feine Unterschiede. Einen für alles gibt es nicht, jedoch kann man sich auch mit guten Kompromissen helfen. Wie das geht, lernt Ihr bei unserem Outdoor-Survival-Camp.

 

 

Seit 2005 gibt es eine EU-Norm (EN 13537), die allgemeine Anforderungen der Schlafsackbeschreibung festlegt, was den Vorteil hat, dass unabhängige Institute die Angaben zu den Schlafsäcken ermitteln und somit einen direkten Vergleich zulassen. Früher hatte man oft das Problem, dass die Hersteller selbst Ihre Angaben machten und diese oftmals stark von der Realität abwichen. Insbesondere bei den Temperaturangaben ein wichtiger Punkt!

 

Wir unterscheiden drei Temperaturangaben eines jeden Schlafsackes

 

T comf, die Komforttemperatur ist jener Wert, bei dem eine „Standard-Frau“ (25 J, 60 kg, 160 cm) gerade noch nicht friert.

 

T lim, die Grenztemperatur ist jener Wert, bei dem ein „Standard-Mann“ (25 J, 70 kg, 173 cm) gerade noch nicht friert.

 

T ext, die Extremtemperatur ist jener Wert, bei dem sich eine „Standard-Frau“ (25 J, 60 kg, 160 cm) unter starker Kältebelastung befindet und ein erhöhtes Unterkühlungsrisiko besteht.

 

Die Temperaturangaben werden von Testpersonen ermittelt, die lediglich mit Trainingsanzug und Strümpfen bekleidet sind.

 

Beim Schlafsackkauf sollte man sich am ersten Wert, der Komforttemperatur orientieren. Es gibt noch einen vierten Wert, der angibt ab welcher Temperatur ein Mensch anfangen würde im Schlafsack zu schwitzen. Diesen Wert braucht niemand wirklich, da jeder vernünftig denkende Mensch, und ich gehe davon aus, dass dies meine Leser sind, den Schlafsack öffnen  und als Decke nutzen würde.

 

Bei Kinderschlafsäcken gelten diese Norm-Angaben nicht, da man hier noch keine einheitliche Lösung der Temperaturangabe gefunden hat.

 

Man unterteilt Schlafsäcke in folgende Kategorien

 

Sommer- und Hüttenschlafsäcke

 

Sie sollten einen Temperaturbereich zwischen plus 5° und plus 10° C abdecken und gut in Kombination mit einem 3- oder 4-Jahreszeiten Schlafsack zu verwenden sein, um den Temperaturbereich etwas zu erweitern. Diese Schlafsäcke haben meist einen umlaufenden Reißverschluss. Die gebräuchlichste Form dieser „Deckenschlafsäcke“ ist die Rechteckform. Das hat den Vorteil, dass sie vollständig zu öffnen und als Decke nutzbar sind.


Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke

 

Sie sollten einen Temperaturbereich zwischen null und minus 15° C abdecken. Gemacht für den Allround-Einsatz, kann man sie breitgefächert einsetzen. In Kombination mit einem Inlett oder Biwak-Sack kann man den Temperaturbereich noch etwas nach unten drücken und im Sommer nutzt man sie als Decke. Beim Kauf sollte man auf einen Wärmekragen achten, da dieser die Körperwärme am Austreten hindert und so an kälteren Tagen einen guten Wärmerückhalt bietet. Ob man Daunen- oder Kunstfaserfüllung bevorzugt, liegt zum einen am Einsatzgebiet (auf Zelttour in Gebieten wie Schottland ist Kunstfaser empfehlenswerter), am persönlichen Geschmack (Daunen sind einfach kuscheliger) und natürlich am Preis (Daunen sind teurer, dafür bei gleiche Wärmeleistung leichter und kleiner verpackbar als Kunstfaser).

 

Der Reißverschluss geht bestenfalls nicht über das Fußteil hinaus, so dass man einen geschlossenen Fußsack hat, der bei manchen Modellen noch zusätzlich dicker befüllt ist. Meist findet man dies bei der Mumien- oder Ei-Form. Die Ei-Form ist ein guter Kompromiss aus Decken- und Mumienschlafsack. Sie hat den Vorteil, dass man die Knie im Schlaf anziehen kann und zusätzlich im Schulterbereich viel Platz hat. Nachteilig sind die vielen  dadurch entstehenden toten Lufträume, die zusätzlich aufgewärmt werden müssen.

 

Mumienschlafsäcke hingegen bieten das beste Verhältnis von Isolierung, Packmaß und Gewicht. Außerdem ist nicht zu viel Luft im Inneren des Schlafsacks vom Körper aufzuwärmen (nur das ergibt die Wärme im Schlafsack!), da er eher wenig Bewegungsspielraum lässt. Beim eiförmigen Schlafsack ist der Schnitt den Konturen eines auf dem Rücken liegenden Menschen nachempfunden, so dass die Wärmeabgabe des Körpers optimal gespeichert werden kann. Doch keine Angst, man kann trotzdem gemütlich darin schlafen;-) Fazit ist, dass man in kühleren Gegenden besser zum Mumienschlafsack greifen sollte!

 
Winter- und Expeditionsschlafsäcke

 

Sie sind ähnlich aufgebaut wie die Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke, allerdings sind sie für deutlich tiefere Temperaturen ausgelegt und verfügen somit über größere Füllmengen an Daune oder Kunstfaser. Der Temperaturbereich geht von -15° C bis zu -42° C im Extrembereich. Sonderanfertigungen manchmal auch tiefer. Ob Kunstfaser oder Daune entscheidet wiederum das Einsatzgebiet.

 

Kunstfaserschlafsäcke isolieren auch noch in feuchtem Zustand, Daune hingegen verliert dann rasch ihre Isolationsfähigkeit und fällt zusammen. Das kann mitunter zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Ich habe auf Winterexpeditionen auch einen Daunenschlafsack mit 1400 g Daune und verwende zusätzlich einen VBL (Vapor-Barrier-Liner), einen wasserdichten Sack. Ähnlich einem Biwaksack liegt man im Schlafsack, der den Schweiß daran hindert, in die Schlafsackfüllung einzudringen. Man schmort zwar im „eigenen Saft“, das ist aber weniger unangenehm als man denkt, da man bei extremer Kälte ohnehin weniger schwitzt. Bei gutem Wetter kann man tagsüber den Schlafsack zum Lüften auf der Pulka transportieren. Ein sehr dicker Wärmekragen, eine doppelte Reißverschlußabdeckung  zur Vermeidung von Kältebrücken und ein Wulst an der Kapuze sind  obligatorisch. Oftmals haben diese Modelle nur kurze Reißverschlüsse, um weniger Kältebrücken zu bieten. Diese Schlafsäcke gibt es nur in der Mumienform und meist sind Kopf- und Fußbereich noch einmal extra stark befüllt.

Wie in den Beschreibungen oben schon deutlich wurde, steht der Schnitt eines Schlafsacks in unmittelbarer Verbindung mit der Isolationswirkung bzw. der Wärmespeicherung. Je kühler die Gegend oder Jahreszeit, desto eher sollte man also zum Mumienschlafsack greifen. Doch auch hier gibt es ein paar Besonderheiten.

 

Gute Schlafsäcke verfügen über einen sogenannten Differentialschnitt. Das bedeutet, dass die innere Hülle kleiner als die äußere geschnitten ist, um ein Zusammendrücken der Füllung zu verhindern. Somit beugt man Kältebrücken vor. Diese entstehen, wenn das isolierende Füllmaterial (Daune oder Kunstfaser) so sehr zusammengedrückt wird, dass sie nicht mehr isolieren können. Auch ein zu kleiner Schlafsack, bei dem man mit den Füßen oder dem Kopf stark anstößt, bildet Kältebrücken und man friert auch bei einer noch so guten Füllung.

 

Weiterhin wichtig, ist eine gut sitzende Kapuze, da diese die Auskühlung über den Kopf (ca. 30 %!!!) verhindert. Diese sollte mit einem Kordelzug ausgestattet sein, um sie fest zuziehen zu können, so dass nur noch Nase und Mund herausschauen. Diese sollten unbedingt frei sein, da man ansonsten durch die ausgeatmete Luft den Innenraum anfeuchtet und sich das auf die Isolation auswirken kann. Ich empfehle eine Balacarva (Sturmhaube) aus Powerstretch, Merino oder Fleece! Ein zusätzlicher Wulst aus Daune oder Kunstfaser an der Kapuze bietet noch zusätzlichen Schutz, ähnlich wie bei Daunenjackenkapuzen mit Fell oder Daunenwulst.

 

Auch ein Wärmekragen ist mitunter ein sehr wichtiges Ausstattungsmerkmal, insbesondere, wenn man in kalten Regionen unterwegs ist! Der Wärmekragen verhindert das Entweichen des vom Körper aufgewärmten Luftpolsters. Nur bei Schlafsäcken für den Sommergebrauch ist dies überflüssig. Alles was bereits in Richtung Herbst geht, sollte einen Wärmekragen aufweisen. Ein Kordel- oder Gummizug ist auch hier wieder wichtig, um den Kragen fest schließen zu können. Was nutzt ein Wärmekragen, den man nicht zuziehen kann und somit die Luft trotzdem entweichen kann? Je dicker dieser ist, desto besser!

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Abdeckwulst für den Reißverschluss im Inneren des Schlafsackes. Im Idealfall ist der Wulst recht dick und überlappend. Bei Winter- oder Expeditionsmodellen findet man sogar hin und wieder eine leichte Abdeckung (ungefüttert natürlich) an der Außenseite über dem Reißverschluss angebracht. Sogenannte Dehnungsnähte sind seltener zu finden, aber sinnvoll! Sie verhindern oder reduzieren ein Zusammendrücken der Füllung im Nahtbereich, wenn man sich dreht oder die Knie anzieht und an die Innenwand des Schlafsackes stößt.

 

Wichtig zu bemerken ist daneben noch, dass wer nachts frierend aufwacht, sich in jedem Fall die Kapuze überziehen oder eine Mütze aufsetzen sollte.

Daune oder Kunstfaser, die Vor- und Nachteile im Überblick

 

Daune ist ein Naturprodukt und ungeschlagen wenn es um beste Isolation im Verhältnis zwischen Packmaß und Gewicht geht. Man liegt flauschig weich in einem Daunenschlafsack und hat ein angenehmes trocken-warmes Schlafklima. Dieses Schlafklima unterscheidet sich markant von Kunstfaser. Bei sachgerechter Pflege besitzen Daunenschlafsäcke eine deutlich längere Lebensdauer als Kunstfaserschlafsäcke. Der Nachteil der Daune wurde weiter oben von mir bereits angesprochen. Daunen speichern Feuchtigkeit. Diese Eigenschaft wirkt sich in feucht-kalten oder tropischen Regionen nachteilig aus, da irgendwann die Isolationsfähigkeit versagt, weil die Daunen verklumpen und ihre Bauschkraft (Loft) verlieren. Daunen können zwar maximal das Dreifache ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, aber das ist schnell erreicht, wenn man mehrere Nächte darin schläft, ohne die Möglichkeit den Schlafsack lüften bzw. trocknen zu können. Ist die Daune erst mal feucht oder nass, dauert es lange (im Vergleich zur Kunstfaser) bis diese wieder trocken ist.

Im Gegensatz zu Kunstfaser isoliert Daune im nassen Zustand nicht mehr!

 

Die Qualität der Daune hängt vom einzelnen Tier, der Herkunft und Sortierung ab. Die Daunen der Tiere aus kalten Klimazonen sind wesentlich größer und somit wärmer als die der Tiere aus warmen Klimazonen. Daunen ausgewachsener Gänse sind dichter und größer als die Daunen ausgewachsener Enten. Gänsedaune ist hochwertiger als Entendaune, da sie bei geringerem Gewicht über bessere Isolationswerte verfügt.

 

Die Daunenfüllungen sind immer eine Mischung aus Daunen und Federn, da ohne die Federn keine Stabilisierung der Mischung nötig ist, deren Mischungsverhältnis in Prozent angegeben wird. Es gibt sehr hochwertige Mischungen von 90/10, wobei der erstere Wert für die Dauneanteile und der letztere für die Federn steht. 80/20 ist auch noch gut, dann geht’s langsam in die Mittelmäßigkeit über mit 70/30 oder 50/50, was sich jedoch wiederum positiv auf den Preis auswirkt. Je geringer der Daunenanteil, desto geringer auch die Isolationskraft und desto höher das Gewicht, denn Federn sind schwerer als Daunen.

 

Alleine das Mischungsverhältnis sagt aber noch nichts über die Daunenqualität aus. Hierzu wird die Fillpower angegeben. Fillpower bezeichnet die Bauschkraft der Daune und trennt die Spreu vom Weizen. Top Schlafsäcke haben eine Fillpower von 650 cuin und mehr. 850 cuin ist die Formel-1-Klasse! Auch bei uns im Programm! Günstigere Modelle haben immer noch 500 cuin und mehr, die billigen nur noch 450 cuin und weniger. Zusammengefasst bedeutet das: Je mehr Volumen eine bestimmte Füllmenge erzeugt, desto besser ist ihr Isolationswert.
 
Kunstfaser

 

Der Vorteil bei Kunstfaser liegt eindeutig in der Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit, da sie selbst in nassem Zustand noch isolieren und zudem schnell wieder trocknen. Die Daune hat da schon längst aufgegeben. Auch sind Kunstfasern unkompliziert in der Pflege und spielen ihre Vorteile insbesondere in feuchten Regionen, auf Touren ohne Zelt mit Biwaksack (Kondenswasser) oder auf Wintertouren aus. Außerdem schonen sie den Geldbeutel!

 

Die Kunstfaserfüllungen werden aus Polyesterfasern verschiedenster Art hergestellt. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Oberflächenbehandlung der Fasern. Sie werden mit einer Silikonschicht ummantelt, durch die die Bauschigkeit bestehen bleibt. Je aufwendiger dieses Verfahren ist, desto länger hält die Ummantelung und damit die Bauschfähigkeit. Je rauer die Oberfläche ist, desto eher verhaken sich die Fasern und können sich dann nicht mehr aufbauschen. Somit wäre die Isolierung dahin. Bei Billigmodellen verschwindet diese Ummantelung oft bereits nach der ersten Wäsche. Ich empfehle, darauf zu achten, dass man Markenfasern wie Polarguard oder Primaloft kauft, denn da weiß man was man hat.

 

Befüllung der Schlafsäcke

 

Daunen werden in einzelne Kammern gefüllt, damit die Füllung nicht lose im Schlafsack herum fällt und verrutscht. Die Kammer muss allerdings genau passend mit Bauschvolumen und Menge der Daunen abgestimmt sein, da sie nur so optimal isolieren können. Üblicherweise werden Schräg- und H-Kammern verwendet. Daneben gibt es noch Trapezkammern und V-Kammern, die am aufwändigsten sind und am besten isolieren.

 

Kunstfasern werden häufig auf einem dünnen Trägervlies fixiert und mit Innen- und Außenstoff verbunden. Je nachdem wie gut der Schlafsack isolieren soll, werden mehrere Lagen verarbeitet. Daneben gibt es auch noch die Dachschindelkonstruktion, bei der ein Ende der „Kunstfaserschindel“ mit der Innen- und das andere mit dem Außenmaterial verbunden werden. Um das Entweichen der Wärme durch Nahtlöcher zu verhindern, verarbeiten auch manche Hersteller die Kunstfaser ohne sie mit der Außenhülle zu verbinden.

 

Das Außen- und Innenmaterial hochwertiger Schlafsäcke besteht aus daunen- bzw. faserdichtem Stoff aus Nylon- oder Polyestergewebe, da diese leichter und reißfester als Baumwolle sind, weniger schnell verschleißen, verschmutzen und schneller trocknen.

 

Wird windabweisendes/-dichtes Gewebe als Außenstoff verwendet, wirkt sich dies noch zusätzlich auf die Isolierung aus. Oftmals verwenden die Hersteller Außenmaterial, das zusätzlich noch leicht oder stark wasserabweisend ist. Schwachstellen ergeben sich dann nur noch durch die Nähte.

 

Wer seine Schlafsäcke koppeln möchte (zur trauten Zweisamkeit vielleicht;-)), benötigt zwei Reißverschlüsse von möglichst gleicher Länge. Der eine Schlafsack muss „Linkszipper“, der andere „Rechtszipper“ sein. Das heißt, dass einer den Reißverschluss auf der rechten, der andere auf der linken Seite haben muss. Ebenso müssen die Schlafsäcke die gleichen Reißverschlüsse (Größe) aufweisen. Grundsätzlich sind Schlafsäcke des gleichen Modells miteinander koppelbar.

 

Inlets

 

Inlets schützen den Schlafsack vor Schmutz und sorgen für eine höhere Wärmeleistung. Es gibt sie aus Baumwolle, Seide und Fleece. Naturfasern sind oftmals angenehmer auf der Haut, speichern jedoch Feuchtigkeit. Deshalb empfehle ich für kältere Temperaturen ein Inlet aus Kunstfasern. Sie werden in Mumien- und Deckenform, teilweise mit oder ohne Reißverschluss, angeboten. In warmen Gebieten kann man auch nur das Inlet nutzen.

 

Isomatten

 

Sie sind neben einem guten Schlafsack ein extrem wichtiges Utensil, da sie den Schläfer gegen die Bodenkälte und der daraus resultierende Konduktion (Wärmeabgabe an einen kälteren Gegenstand, hier der Boden) schützen. Die beste Isolierung hilft nichts, wenn man die Füllung durch das Körpergewicht zusammendrückt und somit Kältebrücken schafft.

 

Es gibt auch hier erhebliche Qualitätsunterschiede in Material, Dicke und Gewicht. Einfache PE (Polyethylen)-Matten sind eher Einwegartikel, da sie nach der Tour  platt und verschlissen sind, denn die Wände zwischen den Kammern sind zerdrückt und halten kein Luftpolster mehr. Hochwertigere Produkte zeichnen sich durch ihre Beständigkeit aus.

 

Ein guter PE-Schaum nimmt kein Wasser auf, ist leicht, elastisch, druckbeständig und reißfest. Empfehlenswert sind hier Evazote Matten, ein Schaumgemisch aus Ethylen-Vinylacetat, das bei Kälte elastisch bleibt und sehr rutschfest ist. Eine gute und recht preiswerte Empfehlung auf Wintertouren.

 

Viele empfinden Luftmatratzen komfortabler als Isomatten. Luftmatratzen sind aber erheblich schwerer und isolieren schlecht, weil die Luft in der Hülle zirkulieren kann und es dadurch zu einer Auskühlung kommt. Anders ist es bei Thermo-Luftmatratzen die mit weichem PU-(Polyurethan)-Schaum gefüllt sind und über ein Ventil mit Luft gefüllt werden. Hier ist die Luftzirkulation unterbunden und die Isolation somit hervorragend. Thermo-Luftmatratzen gibt es in vielen unterschiedlichen Breiten und Stärken. Von allen Matten bieten sie den größten Liegekomfort.

 

Man findet auch Luftmatratzen mit Kunstfaser oder Daunenfüllung. Diese Matten bläst man nicht mit dem Mund (Atemfeuchtigkeit) sondern mit dem Packsack auf, den man als Pumpsack umfunktionieren kann. Ich habe solche Matten auf Wintertouren auch öfter mit dem Mund aufgeblasen und es ist auch nichts kaputt gegangen. Lehrbuchmäßig ist jedoch die Pumpsackvariante.

 

Praktische Infos in Sachen Schlafsack und noch mehr zum Thema Outdoor gibt es bei unserem Wildnistraining!

 

Überlasse nichts dem Zufall, lerne von Profis in Sachen Outdoor und Survival, denn: gut geplant ist halb gewonnen!

 

Wir freuen uns auf Dich!